Aus der Vielzahl dieser Leserbriefe geht deutlich die Empörung der BürgerInnen über den Bremer Filz hervor.
Postenschieberei
Es ist unerträglich für mich, mit ansehen zu müssen
mit welchen Ungerechtigkeiten es in unserer Bremer Politik zugeht.
Wie kann man bloß Frau Röpke es so einfach machen nach dem
Klinikskandal und dem schlimmen Fall "Kevin". Das sieht
für mich tatsächlich nach privatem Klüngel aus. Ich
bin sicher, dass Frau Röpke kein Vertrauen in ihrer neuen hoch
dotierten Position bei den Bremer Bürgern bekommen wird, denn
die Aussage, es handele sich nicht um finanzielle Gründe, lasse
ich nicht gelten. Für mich sieht so eine Sache wirklich nach
Postenschieberei und filz aus, sonst hätte man - wie es üblich
ist - eine Ausschreibung für diese Aufgabe gemacht. Ich hoffe nur,
dass diese Angelegenheit nicht zur Durchsetzung gelangt
Ruth Eibich Bremen
Mieser Charakter
Hier zeigt sich mal wieder in aller Deutlichkeit, wozu die Politik
fähig ist und dass in diesem Metier Moral, Anstand und Ehre
keine Daseinsberechtigung haben. Es zeigt auch den miesen Charakter,
den ein Christian Weber und seine Partei, die SPD, haben, wobei ich
glaube, dass viele SPD-Anhänger meine Meinung teilen.
Udo Wolff, Osterholz-Scharmbeck
Arbeitssuche wäre besser
Ich hätte es schöner gefunden, wenn Frau Röpke
sich eine Arbeit gesucht hätte.
Christian Pröber, Bremen
Filz in Reinkultur
Eine alte Weisheit lautet: Macht korrumpiert! So auch hier und heute
in Bremen. Als Rot-Grüner, Abteilung Lehrer, bin ich entsetzt
über die Fettnäpfchen-Parade meiner politischen "Freunde".
Zuerst die unsägliche pseudo-feministische, stutenbissige
Schilderauswechelei in der Finanz- und Bildungsbehörde. Nun der
gruselige Lapsus des ehemaligen Kollegen und Bürgerschafts-Sonnenkönigs
Christian Weber, der mit Duldung der Grünen, die gescheiterte
Ex-Senatorin Karin Röpke wieder auf einen wohldotierten Posten hievt.
Wie instinktlos und politisch abwegig kann man sich denn noch gebärden?
Hier geht es doch eindeutig um Pfründe, Vetternwirtschaft und Filz in
Reinkultur. Wenn das so weitergeht, will ixh meine Stimme zurück.
Ixh habe mich schlicht und einfach verwählt.
Erich Bontenackels, Bremen
War das alles Spaß?
Mir ist jeglicher Glaube an eine Gerechtigkeit in unserer Politik abhanden
gekommen. Frau Röpke hat durch ihren damaligen Rücktritt ihre
Inkompetenz sich selbst ausgestellt, wurde von den Grünen fast täglich
zum Rücktritt aufgefordert, ein Untersuchungsausschuss wurde eingeleitet und
nun soll das alles nur Spaß gewesen sein? Aber es ist bezeichnend
dafür, wer nun wieder an der Macht ist. Die Grünen verdienen
finanziell wieder spitzenmäßig und werfen schnell ihre Prinzipien
über Bord. Vertrauen in uns Wähler die Grünen damit endgültig
verspielt, denn wer mit solch einer verlogenen Doppelmoral Politik betreibt, dem
kann ich aus Gewissensgründen nicht mehr vertrauen.
Detlef Jaquet, Bremen
Instinktlos
Mir wird schlecht und ich muß würgen. Der Größenwahn von
Bürgerschaftspräsident Weber und die Instinktlosigkeit der neuen
Koalition sind nicht zu überbieten. Die bundesweite Wirkung, dass in Bremen
jemand, der für eine desolate Sozialbehörde, die Kevin's Tod zugelassen
hat, Verantwortung trug, einen bestens dotierten Posten in der Parlamentsverwaltung
ohne Ausschreibung bekommt, ist beschämend. Pfui!
Annelis Thiel, Bremen
Der Staat ist ihre Beute
Karin Röpke hat wieder einen lukrativen Posten. Den Grünen sei dank!
Sie wissen, unsere nimmermüden Parteisoldaten, dass jeder, egal welcher Partei
er angehört, irgendwann die Solidarität der Partei brauchen kann.
Deshalb wird auch niemand fallen gelassen, auch wenn er sich als noch so unfähig
erwiesen hat. Man hat als Bürger inzwischen längst das Gefühl, nein
die Gewissheit, dass es in der Politik nicht mehr um die Lösung von anstehenden
Problemen geht. Nein, es gilt der Machterhalt dieser oder jener Partei, dieser oder
jener Koalition. Da diese Grünen so gern an der Macht sind, hat auch sie
inzwischen längst das Einheitsgrau erreicht, das alle etablierten Parteien wie
Mehltau überzieht. Was ist an grünen Positionen noch grün? Nichts.
Es ist ein Kreuz mit den politischen Parteien, die laut Grundgesetz an der politischen
Willensbildung mitarbeiten sollen. Diese Parteien haben unser Gemeinwesen, unseren
Staat längst als ihre Beute vereinnahmt. Gut ist, was der Partei nützt,
nicht was dem Volke frommt.
Peter Maronde, Syke
Grüne Steigbügelhalter
Es gehört zur Realität, dass die Parteien den Bürgerinenn und
Bürgern vor den Wahlen vielversprechend erklären, was sie alles anders
und besser machen werden, doch danach sich kaum noch an ihre postulierten
Grundsätze erinnern. Auf dem Vertrauensticket ist es den Grünen gelungen,
die unatraktiven Oppositionsbänke gegen die Regierungsbänke einzutauschen,
was sie in die Lage versetzt, ihren hehren Worten von gestern Taten folgen zu lassen.
Verblüffen mag indes die Tatsache, mit welcher Geschwindigkeit die Grünen
sich offenbaren, indem sie der für den Klinikskandal und den Fall Kevin politisch
verantwortlichen Senatorin Röpke gestern noch wortreich und heftig mangelnde
Qualifikation und politisches Versagen vorhalten, ihr aber heute als
Steigbügelhalter für einen einträglichen Job dienen. Nach dem Motto,
was der SPD recht ist, kann uns nur billig sein, haben die Grünen schnell gelernt,
wie man sich in der Regierungsverantwortung zu benehmen weiß und dabei neue
Sichtweisen entwickelt. Es geht doch schließlich auch um beachtliche Pfründe.
Renate Huckstedt, Syke
Wie eine Dampfwalze
Bravo Herr Weber! Sensibel wie eine Dampfwalze! So sorgt man für noch mehr
Verdrossenheit bei den Bürgern. Frau Karin Röpke, die offensichtlich ihrem
Job als Regierungsmitglied nicht gewachsen war, nach dem Rücktritt als Senatorin
als Belohnung wieder auf sicheren Posten zu hieven, das schlägt dem Fass den Boden
aus. Solche Unterbringungsaktionen werden bei den nächsten Wahlen die Bürger
noch mehr von den Urnen fern halten - aber vielleicht wollen Sie genau das erreichen.
Zum Schaden des Landes Bremen und seiner Bürger auch noch durch
Pöstchenschieberei eine Parteigenossin zu belohnen, passt zu diesem
Parlamentspräsidenten. Hier wäre die geforderte öffentliche Ausschreibung
für die zu besetzende Stelle der saubere und korrekte Weg gewesen. Aber lieber
wählte man den Weg der Kungelei im Rahmen der hier üblichen Filzokratie,
während der Steuerzahler vor Wut schäumt über die Wohltaten von Herrn
Weber. Da nützt auch alles Geschwafel von mehr Bürgernähe und
Bürokratieabbau nichts - unglaubhafter kann kaum jemand handeln.
Wieder integriert
Glückwunsch Frau Röpke, zeigt doch Ihr Fall, dass in unserer oft als kalt
und unsozial verschrieenen Gesellschaft auch Menschen, die mal einen Fehler gemacht
haben, wieder integriert werden können. Nun halten viele Bremer und Bremerinnen
alles für möglich und es gibt in diesem Zusammenhang viele böse
Gerüchte, deren schlimmsten ich hier entgegentreten möchte.
Glaubwürdigkeit verloren
Und wieder einmal wurden die Stimmen der Bürger ignoriert. Jobgeschiebe in den
Regierungspositionen werden immer mehr zur Tagesordnung. Die Glaubwürdigkeit
unserer Politiker ist schon lange nicht mehr gegeben.
Sabine Gerken, Bremen
Fragen über Fragen
Welch wundervolle Wahlkampfhilfe für CDU und FDP! Welche Pöstchen haben sich
die Grünen mit ihrem Umfall erschachert? Schon wieder fünf Prozent weniger
Wahlbeteiligung! Welche Seilschaft hat Christian Weber zu seiner Entscheidung erpresst?
Wie kompensiert Karin Röpke ihre Glaubwürdigkeitsdefizite? Worin besteht eine
politische Verantwortung? War in Brüssel nichts mehr frei?
Winfried W. Hoppe, Lilienthal
Freiwillig verzichten
Die Grünen haben ihre Wähler enttäscht. In der Opposition hätten
sie niemals ihre Zustimmung gegeben. Dieser Linie hätten sie treu bleiben sollen.
An dieser Personalentscheidung wird Rot-Grün noch schwer zu tragen haben.
Skandalträchtiger Rücktritt als Sozialsenatorin, als designierte Direktorin
der Bremer Bürgerschaft nur mit den auf Kurs gebrachten Grünen eine
Mehrheit - Frau Röpke täte gut daran, freiwillig auf diesen Posten zu
verzichten.
Sylvia Hofmann, Bremen
Stinkender Saustall
Wenn die Sommerpause in der Bremischen Bürgerschaft beendet ist, wird sich dort
ein Gestank ausbreiten, der nicht mehr zu ertragen ist. Es wird auch nicht helfen, die
Sitzungen bei offenen Fenstern und Türen zu veranstalten. Der Unterschied zwischen
der Bremischen Bürgerschaft und dem Saustall eines Bauern besteht nur darin, dass
der Saustall eines Bauern öfter ausgemistet wird. Politik ist nun mal kalkulierter
Betrug, ohne dass die anderen es merken.
Verteilen von Kuchenstücken
Wo bleibt die ethische Integrität? Zu diesem unwürdigen Postengeschachere,
auch zu dem Verhalten der Grünen und der CDU in Folge ihres Wechsels von der
Opposition in die Regierung und umgekehrt, möchte ich gar nichts mehr sagen,
sondern teile uneingeschränkt die Empörung des Kommentators und der
bisherigen Leserbriefschreiber. Können Politiker/innen wie Herr Weber, Frau
Röpke und viele andere ähnlich Gesinnte aufgrund ihres eigenen Lebenswandels
überhaupt Entscheidungen treffen, die die ethische größe haben, dem
Wohle aller betroffenen Menschen zu dienen? Sind solche Politiker eigentlich in der
Lage, ihren im Geiste der Gewaltenteilung festgelegten Auftrag zur Kontrolle der
Machtbefugnisse auszuüben? Werden solche Personalentscheidungen nur deswegen
getroffen, um Strukturen zu decken und Beteiligten ihre "Kuchenstücke"
zukommen zu lassen?
Andreas Wiethop, Bremen
Bock und Gärtner
Der Entfremdung zwischen Bürgern und Politik möchte Frau Röpke
entgegenwirken - eine Ankündigung des Versuches, mit den Händen aufzubauen,
was man (Frau) gerade mit dem Allerwertesten umschmeißt. Oder ist diese
Ankündigung etwa so zu verstehen, dass man dem Bürger möglichst aus
der Tagespresse hinreichend bekannte Gesichter vorsetzt? Im Fall Nußbaum wurde
von einer Genossin behauptet,dieser sei ja auf dem Ticket der Partei gefahren. Hier
aber fahren Leute auf dem Ticket der Wähler und steigen einfach nicht mehr aus.
Man muß jetzt den Fokus auf alle Beteiligten richten: Sie treiben weitere
Wähler in die Arme politischer Dämagogen an den Rändern des politischen
Spektrums und stärken vor allem die Nichtwähler - das Resultat ist dasselbe.
Hier und jetzt wird unserer parlamentarischen Demokratie durch politische Instinktlosigkeit
und Borniertheit bewusst Schaden zugefügt, um eigene interessen durchzusetzen.
"Jugend im Parlament" und eventuelle Politik-Seminare plant Frau Röpke.
Wie war das noch mit dem Bock und dem Gärtner?
Michael Pape, Stuhr
Partei ohne Vorbild
Haben die Abgeordneten von Rot-Grün noch ein Gewissen dem Wähler gegenüber?
Frau Röpke hat durch die Einstellung der Herren Tissen und Lindner als Senatorin
grob-fahrlässig gehandelt. Dies scheint typische Posten-Schieberei und
Parteien-Filz zu sein. Die Partei von Brandt und Schmidt war mir ein Vorbild. Aber in
Bremen? Nein Danke!
Klaus Holz, Bremen
Keine Sache für den Kopf
Ganz entspannt den rechten und/oder linken Arm, je nach politischer Zuneigung,
baumeln lassen und sich an das Gesäß fassen. Der Kopf wäre viel
zu schade für diese Instinktlosigkeit. Verbesserungsvorschlag zur
Berichterstattung: In die Klammer der Parteizugehörigkeit die Amtsbezüge
mit aufnehmen, zum Beispiel Karin Röpke (SPD xxxx,xx Euro monatlich). Dies
hätte den Vorteil, bei der nächsten Wahl das Preis/Leistungsverhältnis
besser abzuwägen. Da wir und nicht an den Kopf fassen, lässt er sich dann
anderweitig nutzen.
Friedrich Domeyer, Bremen
Klarer Verfassungsverstoß
Artikel 33, Abs. 2, des Grundgesetzes (GG) lautet: "Jeder Deutsche hat nach
seiner Eignung, Befähigung und fachlichen Leistung gleichen Zugang zu jedem
öffentlichen Amt." Das gilt auch für Frau Röpke. Insofern ist
nichts gegen ihre Absicht auf Besetzung der Stelle eines Bürgerschaftsdirektors
vorzubringen. Weil es aber eine Vielzahl von befähigten Bewerberinnen und
Bewerbern gibt, ist es nötig, die zu besetzende Stelle auszuschreiben und
Bewerbungen einzuholen. Danach findet eine Bestenauslese statt. Warum wird dieser
Weg im Falle der Besetzung des Postens eines Bürgerschaftsdirektors verlassen?
Die Antwort ist einfach und verletzend. Artikel 33, Abs. 2 GG wird schlicht und
ergreifend nicht beachtet. Ein klarer Verfassungsverstoß. Und: Es gibt eben
Menschen mit Befähigungen, die kurzerhand ignoriert werden. Der Präsident
der Bürgerschaft missachtet Fähigkeiten anderer und bricht die Verfassung.
Auch wenn er nicht der einzige ist, der so verfährt, soll er doch zur Kenntnis
nehmen, dass er dabei beobachtet wird.
Friedrich-Wilhelm Heumann, Bremen
Auf bequemen Sessel
Nun ist das Unsägliche perfekt. Eine nachweislich als unfähig apostrophierte
Senatorin, die mit der Verwaltung ihres Ressorts völlig überfordert war und
nur das von sich geben konnte, was ihr ihre auch nicht gerade fähigen Berater
ins Ohr geblasen haben, soll es sich jetzt auf dem Sessel des Bürgerschaftsdirektors
bequem machen dürfen. Die Grünen, um den Erhalt ihrer gerade
zurückgewonnene Macht bemüht, machen mit - um den Preis ihrer
Glaubwürdigkeit. Gleichzeitig wird der bisherige Bürgerschaftsdirektor
beschädigt, der seine Aufgabe als gestandener Jurist und Verwaltungsfachmann sehr
ordentlich und souverän vollzogen hat, oder? Sehr enttäuscht bin ich von
Bürgerschaftspräsident Weber, der das Zeug hatte, in die Fußstapfen des
"Bürgerpräsidenten" Klink zu treten, sich nun aber als ureigenster
Protagonist des SPD-Filzes decouvriert hat. Wen meinen die Regierungsparteien eigentlich
noch vertreten zu wollen?
Dr. Med.Walther Kaldewey, Bremen
Einfach widerlich
Den Kommentar von Michael Brandt ausschneiden und in Evidenz nehmen. Bei der
nächsten Landtagswahl die Wähler daran erinnern, dass die Grünen
auch kein Rückgrad hatten und haben. Die Personalschiebereien sind einfach
widerlich.
Dieter C. Ernst, Bremen
Arrogant und selbstgerecht
Die arrogante und selbstgerechte Art der rot-grünen Regierung, ihre
Cliquenwirtschaft weiter auszubauen und viele Bürger/innen zu düpieren,
hat schon mafiaähnliche Ausmaße erreicht. Sachverstand, Kompetenz und
vernunftorientiertes Handeln sind mittlerweile zu Fremdwörtern geworden.
Bestes Beispiel ist die Ernennung von Frau Röpke zur neuen Direktorin der
Bürgerschaft. Hat diese Frau denn nicht schon genug Schaden angerichtet? Muss
man ihr als Dank für Fehlleistungen nun auch noch ein aus Steuergeldern
finanziertes Versorgerpöstchen übertragen? Aber Hauptsache das Parteibuch
stimmt. Der Wähler wird dieses Verhalten sicher nicht vergessen. Da wird sich
auch Herr Weber eines Tages fragen, ob er sich nicht selbst eine (Filz)laus in den
Pelz gesetzt hat.
Frank Morgenstern, Bremen
Weserkurier v. 22.07.2007